RSC Vegesack e.V.

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Text Udo Schmidt

Heute war es wieder so weit. Die Radsportler des RSC-Vegesack haben zu „Rund um Bremen“ geladen. Punkt 9.00 Uhr surrten von allen Seiten blankgeputzte Rennmaschinen in Richtung Beckedorf und Panda-Parkplatz. Es roch nach Sonnencreme, Kettenöl und ein ganz klein bisschen Angstschweiß. Argwöhnisch beäugte man sich unauffällig, taxierte die Muskelstränge an den zumeist frischrasierten Waden der Mitfahrer und setzte sie ins Verhältnis zum dazugehörigen Material. 
Schon vor dem Start ließ sich so erahnen, dass der vorgegebene Schnitt von „Kaämha30“ deutlich übertroffen werden würde. Zusätzlich zu den obligatorischen 162 km wurde eine Zusatzschleife angeboten, die eine Länge von 212 km betragen sollte.

Nachdem Cheforganisator Peter Fichtner die obligatorischen Anweisungen verkündigt und anschließend leicht stirnrunzelnd registrieren musste, dass außer ihm, nur noch Michael Brooksiek die lange Distanz fahren würde, bildeten die zwölf Rennradsportler (Ein Mann kam später noch dazu) schnell einen Minipeleton und machten sich in Richtung Osterholz-Scharmbeck auf den Weg. Die ersten Wellen wurden locker weggedrückt und das Tempo hochgehalten. Erst eine Baustelle an einem Bahnübergang und ein Sonntagsfahrer im sehr fortgeschrittenen Lebensalter, der aus unerfindlichen Gründen auf sein Vorfahrtsrecht in einer Wohnsiedlung bestand (ist ihm nicht gelungen), sorgten für heiße Bremsen, lockere Sprüche und den notwendigen Adrenalinkick.

Flott gingen Zeit und Kilometer vorüber. Immer wieder mischte sich das Feld, so dass es auch möglich wurde mit seinen Mitfahrern ins Gespräch zu kommen.
Jüngster Teilnehmer war übrigens der 15-jährige Fabio Kietzmann, der gerade aus dem Urlaub zurück, eine klasse Leistung ablieferte. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, sich in diesen schrägen Internetzeiten so für den Radsport zu begeistern. Ein Juwel, das gefördert werden muss!

Durchs Teufelsmoor ging es weiter nach Fischerhude, Achim und Syke. Der Bremer Süden mit seinen berühmten „norddeutschen Bergen“ sorgte für ordentlich Laktat.
Der erfahrene Stephan Franke keulte dermaßen in die Pedale, dass ihm eine Speiche im Hinterrad riss. Hut ab vor dieser geballten Urkraft! Der einzige Defekt des Tages, der für Stephan den vorzeitigen Ausstieg bedeutete. August leistete generös „Amtshilfe“ und begleitete ihn, so dass sich die Größe der Truppe nach knapp 130 km leicht dezimierte.
Das passierte aber erst nach der wohlverdienten Rast in Harpstedt, bei der vor allem über Team Sky, Triathlon und die Karriere des RSC-Leistungswartes Benny Nielsen diskutieret wurde.

Es wurde festgestellt, dass Benny schon seit dem 10.Lebensjahr auf dem Rennrad sitzt. Zwischendurch ist er auch mal abgestiegen, meinte er ganz trocken auf Nachfrage, und sorgte so für den Lacher des Tages.

Nach verschiedensten Leckereien und einigen alkoholfreien Bieren, schien es kein Halten mehr zu geben. Das ohnehin schon großzügige Tempo wurde gnadenlos in Richtung der magischen 40 getrieben. „Beim Radsport werden keine Gefangenen gemacht“, keuchte Thomas „Schlappwurst“ Meier und schaltete im Gegenwind elegant aufs Elferritzel.
An der Fähre Farge teilte sich die Gruppe. Während Peter und Michael in Richtung Berne weiter fuhren, kurbelte der Rest entspannt nach Löhnhorst zurück.
Ein sehr gelungener Tag. Vielleicht gelingt es im nächsten Jahr eine zweite Gruppe auf die Strecke zu schicken, die es etwas lockerer angehen lässt. Dann könnte die Teilnehmerzahl ganz leicht verdoppelt werden.

Wir lieben den Radsport, auch wenn oder gerade weil wir heute Abend wieder ganz zeitig schlafen gehen werden. 

   
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